Enzyme sind nicht grün. Und genau deshalb sollten wir sie einsetzen.
Während die Biokatalyse oft als nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Katalyse gepriesen wird, vertritt Kapitel 2 des Buches „Chemoenzymatic Synthesis of Natural Products and Complex Small Molecules“ bewusst eine andere Sichtweise.
In „The Use of Enzymes Invites a Rethinking of Synthesis“ argumentieren Thomas Classen, A. S. Klein und J. Pietruszka, dass Enzyme nicht von Natur aus umweltfreundliche Katalysatoren sind; ihre wahre Stärke liegt in ihrer außergewöhnlichen Selektivität.
Der Einsatz von Enzymen bedeutet daher mehr als nur den Austausch eines Katalysators durch einen anderen: Er erfordert ein grundlegendes Umdenken in der Synthesestrategie. Wie die Autoren es formulieren: Promiskuität ist kein Fehler, sondern ein Vorteil.
Das Kapitel beleuchtet die enzymatische C–C-Bindungsbildung und bietet einen prägnanten, zukunftsorientierten Ausblick darauf, wie Biokatalysatoren die Synthese komplexer Moleküle neu gestalten können.
Lesern, die sich für Naturstoffsynthese, Wirkstoffforschung, Biokatalyse oder moderne retrosynthetische Planung interessieren, sei der gesamte Band wärmstens empfohlen. Wir danken Frank Hahn und der RCS herzlich für die konstruktive Zusammenarbeit.